Werbetext des Verlages (1980)

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Soldat und Technik, September 1980



Westfalenpost, Dezember 1980

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Bernd F. Schulte: Vor dem Kriegsausbruch 1914. Deutschland, die Türkei und der Balkan. 184 S., Droste/ Düsseldorf 1980, 38,- DM.

Der Vf. (Historiker und Politikwissenschafter, jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg) untersucht an dem Beispiel der militärischen Veränderungen im balkanisch-türkischen Raum während der Jahre 1911-1914 die Bedeutung der deutschen militärischen Zusammenarbeit mit der Türkei wobei es insbesondere um die Politik der deutschen Reichsleitung in den Jahren 1912-1913 geht. Vor allem durch die Tätigkeit des Generals v.d. der Goltz-Pascha, der 1883-95 als deutscher Militärinstrukteur und dann 1909-1913 als Vizepräsident des türkischen Obersten Kriegrates für die Neuorganisation der türkischen Armee tätig war, wurde der deutsche militärische Einfluß in der Türkei so groß, daß die Türkei als möglicher Bündnispartner des Deutschen Reiches und als gewichtiger Faktor gegen Rußland/ England und Frankreich in die strategischen Überlegungen des deutschen Generalstabes bezogen wurde.

AIs dann zur Überraschung aller europäischen Mächte die türkische Armee I.Balkankrieg im Herbst 1912 innerhalb weniger Wochen zusammenbrach, wirkte sich dies erdrutschartig auf die deutsche Militär- und Außenpolitik aus. Die deutsche Reichsleitung entschied sich nun dafür, die Flottenrüstung wieder hinter der vorrangigen Heeresverstärkung zurückzustellen. Dabei war man in der deutschen militärischen Führungselite durchweg der Überzeugung, "der große Krieg müsse und werde kommen" (S. 38) und es werde sich nur um einen "kurzen Krieg" handeln. Der wachsende russische Druck im Osten führte zum deutschen Plan eines "zeitlich scharf kalkulierten Entscheidungsschlages gegen Frankreich" (S. 74), nach dessen Gelingen sich die deutsche Hauptmacht gegen Rußland richten sollte (Schlieffen-Plan). Im Zusammenhang mit der großen Heeresvorlage von 1913 setzte eine verstärkte deutsche Aufrüstung ein, ein weiterer Schritt im Rüstungswettlauf der großen Mächte. Auch nach der Balkankrise konnte die Türkei durch die deutsche Diplomatie als potentieller Bündnispartner festgehalten werden. In Auswirkung dieser Zusammenarbeit (l9l3-l914 General Liman von Sanders als Chef der deutschen Militärmission in der Türkei) stellte sich bei Ausbruch des l. Weltkrieges die Türkei an die Seite der Mittelmächte, wobei sicherlich auch die Hoffnung mitentscheidend war, sich durch dieses Bündnis gegen die von den alliierten Gegenmächten drohende Aufteilung des türkischen Reiches zu schützen.

Es handelt sich um eine sorgfältige Untersuchung, die im einzelnen nachweist, daß die militärischen und politischen Entscheidungen der deutschen Reichsleitung im erstaunlichen Umfang von den Ereignissen und Gewichtsverschiebungen im balkanisch-türkischen Raum mitbedingt waren. Grundlage sind neben dem - bereits sehr umfangreichen - gedruckten Schrifttum (S. 179-184) die Aktenbestände von München (Kriegsarchiv), Koblenz (Bundesarchiv), Freiburg (Militärarchiv), Karlsruhe (Generallandes-Archiv), Stuttgart (Hauptstaatsarchiv). - Ein sorgfältiges "Personenregister" (S, 173-177) erschließt den Inhalt. - Ein ausführlicher "Dokumentenanhang" (S, 123-172) bringt einschlägige Aktenauszüge.

Georg Stadtmüller (1909-1985/Ordinarius für Ost- und Südosteuropageschichte an der Universität München), in: Das Historisch-Politische Buch 1/1981, S. 20.

 

Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 3/1981 von Adolf Gasser/Basel

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Historische Zeitschrift, Nr. 233 (1981), S.220f.



Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 2-82



Annotierte Bibliographie f. d. pol. Bildung, 1/82-176




Militärgeschichtliche Mitteilungen, 1-82